Geschichte des Hofes

 

 

Die Geschichte des Hofes ist auch die Geschichte der Familie Kaiser.

 

Der Familienname (früher auch "Keiser" und "Keyser" geschrieben) lässt sich in Kirchen- und Amtsbüchern bis ins Jahr 1438 zurückverfolgen.

 

Spuren der letzten Jahrhunderte

 

Auf dem Hof - unter den Eichen  - steht noch heute ein Holzspeicher von 1775. Dieser diente lange - bis in die 1960er Jahre - als Kutschwagenschuppen und als Werkstatt. Über die vorherige Nutzung ist nichts bekannt, außer, dass er seinerzeit einen anderen Standort hatte. Da die Fachwerksbalken und -ständer ausschließlich mit Holznägeln und Zapfen verbunden waren, konnten sie relativ einfach auseinander genommen und danach (eben an anderer Stelle) wieder zusammengesetzt werden.

 

Bis in die 1920er Jahre gab es auch eine Gaststätte im Wohnhaus. Sogar eine Kegelbahn gab es, und zwar dort, wo jetzt im Garten die Blutbuche steht.

 

Gemäß der Höferolle wäre Heinrich Kaiser (geb. 1922) der Erbe des Hofes gewesen. Er ist vermutlich schon 1943 bei Stalingrad umgekommen, denn der Kontakt zu ihm brach damals ohne weitere Nachricht über seinen Verbleib ab. Seine Eltern beantragten Anfang der 50er Jahre die Todeserklärung.

Heinrich war der letzte männliche Nachkomme der Scharnhorster Familie Kaiser.

 

 

Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg

 

Rudolf Peters (1923) hatte verwandtschaftliche Beziehungen nach Eschede und flüchtete - weil sein Elternhaus in Hamburg Eimsbüttel zerstört worden war - aufs Land, wo er eine Zeit lang in Endeholz auf dem Hof Bührke lebte.

So kam es, dass Ursula Kaiser und Rudolf Peters einander begegneten und 1952 heirateten. Sie halfen bei der Bewirtschaftung des Hofes von Heinrich und Marie Kaiser (geb. Fellersmann aus Dageförde) bis zur Übernahme des Betriebes Mitte der 50er Jahre.

Aus der Ehe von Rudolf & Ursula sind zwei Söhne hervorgegangen: 1953 wurde Heinrich geboren, der 1987 völlig unerwartet an plötzlichem Herzversagen verstorben ist, 1956 wurde Rudolf ("Rudi") geboren, er ist seit 1988 Eigentümer des Hofes.

 

Vor Einführung der gesetzlichen Rentenversicherung auch für Landwirte bekamen die Altenteiler eines Hofes normalerweise ein lebenslanges Wohnrecht, Essen, medizinische Versorgung und Bargeld, später wurde oft eine Nießbrauchvereinbarung im Grundbuch eingetragen: Eigentümer wurde die nachfolgende Generation, aber ein definierter Anteil der erwirtschafteten Erträge ging / geht an die Altenteiler. So war es auch hier: Die Eltern hatten bis zu deren Tod (Ursula starb 2008, Rudolf sen. starb 2009) einen Grundbuch-gesicherten Nießbrauch.

 

 

Entwicklung seit Einstellung der Landwirtschaft 

 

In den 1960er Jahren begann das "Höfesterben", die Bewirtschaftenden mussten sich entscheiden, ob sie "wachsen oder weichen" wollten. Rudolf und Ursula Peters entschieden sich 1969 zu weichen, um sich ohne Schulden anderweitig ihren Lebensunterhalt verdienen zu können.

 

Zunächst wurden die Wirtschaftsgebäude - bis auf den Kuhstall, der direkt an das Wohnhaus anschließt - an örtliche Berufskollegen vermietet / verpachtet. Seit den 80er Jahren wird auch der ehemalige Schweinestall nicht mehr als solcher genutzt, er diente bis 2018 einem Mieter als Stall für seine Schafe und eine Ziege sowie zum Abstellen seines Treckers und von Geräten.

 

Ein Teil der ca. 40 Meter langen Scheune (Bj. 1937 und 1959) ist an insgesamt 6 "do it yourself"-Enthusiasten vermietet, zwei weitere Teile des Gebäudes werden von Musikern als Übungsraum genutzt. Die wesentlich ältere Scheune direkt an der Straße "Bentloh" dient als Unterstand für landwirtschaftliche Geräte eines örtlichen Landwirts.

 

Im ehemaligen Kuhstall hat sich ein handwerklich aktiver Mieter eine Werkstatt geschaffen, die übrige Fläche dient zum Abstellen von Gartengeräten, Gartenmöbeln und sonstigen Utensilien sowie als PKW-Abstellplatz. Hin und wieder fanden dort bereits einige Indoor-Konzerte statt. Seit der Pandemie verbietet sich diese Art der Nutzung wohl bis auf Weiteres.

 

Das Wohnhaus wurde 2013/2014 aufwändig mit ökologsichen Baustoffen "durchsaniert”: Dämmung der Außenwände von innen mit 8cm dicken Hanfmatten (anstelle von Mineral- oder Steinwolle). Auf die Wände wurden innen Lehmplatten (anstelle von Gipskartonplatten) geschraubt, die Decken mit gefederten Auhängungen zum besseren Schallschutz zwischen den Etagen um wenige cm abgehängt. Trennwände zwischen den Wohnungen wurden mit schalldämmenden (Quarzsand-gefüllten) Platten versehen, sodass die Nachbarn innerhalb des Hauses von einander absolut nichts hören.

Die Fußböden sind mit Terrazzo (Küche, Flur) bzw. Fliesen (Bäder), Dielen bzw Parkettboden versehen.

Jede Wohnung hat eine zentrale Wasserstation mit einem Wärmemengenzähler, der die verbrauchte Wassermenge sowie die verbrauchte Wärmemenge für Heizung und - vor Ort im Durchlauferhitzer erhitztes - Warmwasser registriert.

 

Zur Zeit (08.2021) wohnen 8 Personen auf ca. 510 m² in dem Haus. Eine Gästewohnung steht (nach der liebevollen Teilsanierung durch die Bewohner der darunterliegenden Wohnung) für die Gäste aller Bewohner zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung.